Bericht zur Förderung von Maßnahmen der Energieeinsparung
und Energieeffizienz bei öffentlichen Trägern

Kläranlage Lachendorf – Umbau der Klärschlammstabilisierung

Im Rahmen eines Klimaschutzteilkonzeptes mit dem Schwerpunkt „Klimafreundliche Abwasserbehandlung“ wurde das Energieeinsparpotential auf der Kläranlage Lachendorf untersucht, die als einzige Kläranlage im Verband noch über eine aerob-thermophile Stabilisierung (ATS) mit hohen Energie- und Wartungskosten verfügt. Dieses Klimaschutzteilkonzept wurde durch die Bundesrepublik Deutschland, Zuwendungsträger: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und des Projektträgers Jülich in den Jahren 2012 und 2013 gefördert.

Gemäß Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU), des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (MS) vom 18.08.2015 werden Maßnahmen der Energieeinsparung und Energieeffizienz bei öffentlichen Trägern sowie Kultureinrichtungen aus „EFRE-Mitteln“ gefördert.

Hierunter fallen insbesondere Energieeffizienzmaßnahmen bei öffentlichen Abwasseranlagen. Mit Zuwendungsbescheid der N-Bank vom 29.08.2016 ist für den Umbau der Klärschlammstabilisierung auf der Kläranlage Lachendorf eine Zuwendung in Höhe von 1.000.000 € bewilligt worden. Diese Zuwendung wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)-Programmgebiet Stärker entwickelte Regionen (SER) zur Verfügung gestellt.

Der Umbau der Klärschlammstabilisierung beinhaltet die Errichtung einer anaeroben Schlammstabilisierung (Faulung) und in diesem Zuge auch die Erweiterung der Kläranlagenausbaugröße von 18.000 Einwohnerwerte (EW) auf künftig 20.000 EW. Für die Umsetzung sind neben dem Faulbehälter weitere Bauwerke sowie die maschinen- und elektrotechnische Ausrüstung vorgesehen. Für die Gewinnung von Primärschlamm ist der Umbau eines Teils des Anaerobbeckens notwendig. Durch die Verringerung der Schmutzfracht im Zulauf zu Belebung, werden Kapazitäten für die Anhebung der o. g. Ausbaugröße ohne weitere bauliche Maßnahmen an den vorhandenen Belebungsbecken geschaffen.

Die maschinentechnischen Anlagen zur Aufbereitung und zur Verwertung des Faulgases sind im geplanten Erweiterungsanbau des Betriebsgebäudes vorgesehen. Das Betriebsgebäude wird zur effizienten Nutzung der Abwärme des Blockheizkraftwerkes mit einer Zentralheizungsanlage ausgestattet.

Insgesamt haben die geplanten Maßnahmen eine Reduzierung des Strombezugs vom Energieversorger von rd. 350.000 kWh/a und damit eine Einsparung von 199 t CO2-Äquivalente pro Jahr zur Folge. Im Vergleich zur Ist-Situation auf der Kläranlage Lachendorf bedeutet dies eine Reduktion um etwa 50 %.